Zeltvermietung

Für Sie gemacht – vom Fachmann durchdacht! Zelthallen, Ausstellungs- und Lagerzelte, Zeltstädte für z. B. Sportveranstaltungen, außergewöhnliche Eventzelte für außergewöhnliche Anlässe, diese Produkte verleiht der Zeltvermieter.

Der Zeltvermieter benötigt für seine Kunden das, was Hersteller und Technische Konfektionäre (m/w) mit Sachverstand und präziser Arbeit produzieren – das Zelt. Auch der Vermieter muss viele Vorschriften und Gesetze kennen und einhalten, so z. B. Haftungsfragen, die nationalen und europäischen Normen, das Baurecht, die Versammlungsstättenverordnung.

 

Nur unter der Leitung eines Richtmeisters , dem Aufsichtsführenden im Zeltbau, darf ein Zelt auf- oder abgebaut werden. Der fachkundige Richtmeister erwirbt seine Kenntnisse in einem Seminar bei der Berufsgenossenschaft. Er wiederum leitet seine Mitarbeiter an, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

 

Im Ergebnis verfügt der Kunde über eine nach seinen Vorstellungen geplante und teilweise extravagante Lösung.

„Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei“

zeltundco-Interview mit Erik Meryers, Vorsitzender der Fachgruppe Zeltvermieter im ITRS.

 

Herr Meyers, Sie sind der Vorsitzende der Fachgruppe Zeltvermieter beim ITRS. Wie ist es zur Gründung der Fachgruppe gekommen?

 

Überfällig war die Gründung der Fachgruppe schon längst. Wir haben im vergangenen Jahr ein Seminar gehabt und da ist der Ruf nach einer Fachgruppe schon ziemlich laut geworden. Dann haben wir das mit dem ITRS in Angriff genommen und am 10. November 2016 die Gruppe in Koblenz gegründet.

 

Und wer hat außer Ihnen laut gerufen?

 

Bei dem Seminar waren viele Zeltvermieter anwesend. Einige sind ja schon länger Mitglied im ITRS gewesen, andere – so wie ich – waren noch gar keine Mitglieder. Und bei diesen vielen Zeltvermietern hat man ganz deutlich gespürt, dass ein Bedarf für so eine Fachgruppe vorhanden ist.

 

ZELT UND CO hat im Jahr 2002 einen Artikel mit der Überschrift „Branche ohne Lobby“ veröffentlicht. Damals ging es bereits um die Notwendigkeit einer Fachgruppe oder eines Verbandes für die Zeltvermieter. Warum hat es eigentlich so lange gedauert, bis die Fachgruppe ins Leben gerufen wurde?

 

Es ist nicht ganz einfach. Der ITRS hat ja immer mal wieder einen Anlauf genommen, so eine Fachgruppe zu gründen. Das hat auch deshalb nicht funktioniert, da die Bereitschaft zur Mitarbeit von Seiten der Zeltvermieter nicht so hoch war. Umso froher bin ich, dass wir im vergangenen Jahr den Schritt gewagt haben. Und die Tatsache, dass sich binnen kurzer Zeit schon 22 Unternehmen entschieden haben, der Fachgruppe beizutreten zeigt, wie wichtig und richtig unsere Entscheidung gewesen ist.

 

Was sind ihre vordringlichsten Ziele?

 

Wir stehen ja noch ganz am Anfang. Zunächst  geht es darum, Grundlagen zu schaffen. Wir reden über AGB’s, Mietverträge, Haftungsfragen bei Leitungsschäden durch Erdvernagelung oder Arbeitnehmerüberlassung und Subunternehmer. Ein weiterer Bereich betrifft Handwerkerregelungen oder Lenkzeiten. Diese Themen werden im Moment in der Fachgruppe diskutiert. Unsere Ideen werden dann durch einen Rechtsanwalt des ITRS geprüft. Wir wollen jetzt Richtlinien erarbeiten, die vom ITRS empfohlen werden. Die Anwendung ist kein Muß aber sie hilft den Zeltvermietern.

 

Die meisten Zeltvermieter sind doch schon seit Jahrzehnten am Werk. Wie wurde dass denn bisher geregelt?

 

Jeder Betrieb hat das so gehandhabt, wie er glaubte. Und dadurch ist in der Branche auch eine Unruhe entstanden. Niemand weiß letztlich ob seine Vorgehensweise rechtlich einwandfrei ist. Das können wir mit einer Richtline oder Musterverträgen ändern. Ich denke diese Themen, die wir jetzt behandelt haben, zeigen wie wir arbeiten wollen und sollen. Die Themen kommen aus der Fachgruppe und damit aus der Zeltbranche. Wenn ich mit Kollegen spreche, die nicht im ITRS sind, treffe ich mit diesen Punkten immer genau ins Schwarze.

 

Die Schausteller haben eine sehr gut vernetzte Lobbyarbeit, die bis in den Bundestag reicht. Befürchten Sie nicht, dass die Fachgruppe im ITRS sich ständig mit dem Schaustellerverband vergleichen lassen muss?

 

Ich sehe diese Gefahr nicht. Der Schaustellerverband ist viel größer und viel länger im Geschäft. Deshalb ist er keine Bedrohung sondern vielmehr der Beweis dafür, was gute Verbandsarbeit leisten kann. Der ITRS hat in der Vergangenheit öfters Hand in Hand mit dem Schaustellerverband zusammengerarbeitet.

 

Was bieten Sie den zukünftigen Mitgliedern?

 

Wir erarbeiten einen Grundstock an Erfahrungen und Lösungen, der immer größer wird und vom dem die Mitglieder der Fachgruppe profitieren. Das gemeinsame Erarbeiten von Themen und deren Umsetzung ist ein zentraler Bestandteil der Fachgruppe. In der heutigen Zeit werden die Anforderungen und Herausforderungen immer komplexer, so dass kaum einer alleine in der Lage ist, sie zu bewältigen. Schon alleine der zeitliche Aufwand ist für den Einzelnen zu groß, diese Themen umfassend zu bearbeiten.

 

Was sind die größten Herausforderungen, denen sich die Fachgruppe stellen muss?

 

An erster Stelle steht im Moment, die Fachgruppe bekannt zu machen. Wir wollen vermitteln, dass wir gemeinsam mehr erreichen können. Und ganz wichtig ist, dass Konkurrenzdenken auszuschalten. In der Fachgruppe geht es nicht darum, dass jeder Unternehmen sein Erfolgsgeheimnis Preis geben soll. Nein, es interessiert niemanden, wer wie viele Zelte hat. Es geht darum, dass es bessere Lösungen gibt, wenn mehrer Köpfe rauchen als nur einer. Deshalb ist mir auch ganz wichtig zu betonen, dass die Fachgruppe Hersteller neutral ist.

 

Das Konkurrenzdenken in der Zeltbranche ist schon sehr ausgeprägt. Gleichzeitig haben viele keine große Freude am Wettbewerb. Würde eine gemeinsamer Verhaltenskodex helfen, die Branche voranzubringen? 

 

Da es keine Instituion gab, wo Zeltvermieter zusammengekommen sind, kann es die Branche nur stärken, wenn es jetzt eine Gruppe gibt, die gemeinsame Aktivitäten erlaubt. Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Auf unserer letzten Sitzung hat es ein Teilnehmer schön formuliert: „Es gibt immer mehr Gesetze, es werden uns immer mehr Hindernisse in den Weg gestellt, die Schlinge zieht sich immer mehr zu.“ Wir müssen als Verband, als Fachgruppe als gesamte Branche mehr zusammen arbeiten. In anderen Branche ist das völlig üblich.

 

Die Unterbringung von Flüchtlingen hat den Fokus auf das Zelt gerichtet. Inwieweit kann man aus der „neuen“ Begeisterung für das Zelt Kapital schlagen?

 

In dieser Zeit Ende 2015 kam von Seiten der Politik kurzfristig das Gerücht auf, dass Zelte nicht geeignet seien um Menschen kurz- und langfristig unterzubringen. Dagegen hat sich der ITRS mit einem Brief an die Innenministerien der Länder gewandt und aufgeklärt, was mit einem Zelt alles möglich ist. Danach haben alle gestaunt wie gut das Zelt in der Krise funktioniert hat. In Zukunft müssen wir es schaffen die Branche in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Wir haben bewiesen was wir können. Die Unterbringung der Flüchtlinge ohne Zelte wäre viel komplizierter gewesen.

 

Ist das nicht erschreckend, wie wenig in der Öffentlichkeit über die Qualität der deutschen Zeltbranche bekannt ist?

 

Ja, das ist ein Punkt der uns umtreibt und mit Sicherheit in Zukunft auf unserer Agenda steht. Wir müssen unserer Können einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. Wahrscheinlich haben 90 Prozent der deutschen Bevölkerung schon einmal unter einem schützenden Zeltdach gesessen. Und dennoch weiß kaum einer, was wir leisten und was wir können. Das müssen wir ändern.

 

Wo sehen Sie Ihre Fachgruppe in fünf Jahren?

 

Das ist eine gute Frage. Ich erhoffe mir, dass wir durch eine Vielzahl an Mitgliedern einiges bewirken können. Es ist eine neue Zeit angebrochen und wir sind auf dem besten Weg eine gute Lobby für die Zeltbranche aufzubauen.